Geschichte

Am 28. Juni 1907 fing alles an
Unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Otto Pohlig findet an diesem Tag die Gründungsversammlung und sechs Tage später am 7. Juli 1907 die Generalversammlung zur Gründung des SC Aegir Uerdingen 07 e.V. statt.
Im September 1907 erfolgt der Anschluss an den Deutschen Schwimmverband und im Oktober wird eine Jugendabteilung gegründet.

1909 – 1910
Unter der Vereinsführung von F. Bikkenbach und A. Töllner macht der Verein durch sportliche Erfolge auf sich aufmerksam. Willi Hissen stellt in Mönchengladbach mit 1:06.0 Minuten den damaligen Weltrekord über 100 m Kraul ohne Startsprung ein.

1918 – 1920
Otto Pohlig wird zum zweiten Mal Vorsitzender. Eher durch Zufall – beim Sonntagsspaziergang im Heesbusch – entdecken einige Aegiraner ein schönes Fleckchen Erde, welches in den darauffolgenden Jahren zum Sommerbad am Waldsee heranreift. Im August 1920 belegt J. Weyland als Kraulschwimmer bei den deutschen Meisterschaften den 2. Platz.

1922 – 1923
Nach dem plötzlichen Tod von Otto Pohlig übernehmen zuerst Johannes Müller und 1923 Peter Wolter die Führung des Clubs. In dieser Zeit wird Hubert Wolf zweiter über 100 m Kraul bei den deutschen Nachwuchsmeisterschaften und bleibt als erster Jugendlicher unter 1:10,0 Minute.

1925 – 1928
Neben der Ausrichtung eines Vergleichskampfes mit der ungarischen Nationalmannschaft gelingt es dem S.C. Aegir im Jahre 1926, den Kanalbezwinger und Deutschen Meister Vierkötter an den Waldsee zu holen. In diesem 20. Jubiläumsjahr ist Fritz Elster an der Vereinsspitze.

1930 – 1932
Neben den erfolgreichen Schwimmern rücken die Wasserballer immer mehr ins Rampenlicht. Voller Stolz präsentiert der Schwimmclub seine selbsterrichtete Freibadanlage am Uerdinger Waldsee. Die Jugend wird 1930 und die Herren werden 1931 Gaumeister. Robert Seyfarth gibt nach nur einem Jahr 1932 die Vereinsführung an Josef Mönnig ab.

1937 – 1944
Hubert Wolf, wettkampferprobter sportlicher Leiter und Franz Rohr, der 1939 den Verein übernimmt, bauen die sportlichen Erfolge des Vereins weiter aus, bis der Beginn des Zweiten Weltkriegs ihren Bemühungen ein jähes Ende setzt. Es gelingt ihnen in dieser Zeit, den zweifachen Olympiateilnehmer, Europameister und mehrfachen Deutschen Meister Leo Esser als Aushängeschild in den Verein zu holen.
Nach Beendigung des Krieges stellte man mit Erschrecken fest, wie viele aktive und passive Mitglieder ihr Leben lassen mussten.

1945 – 1949
Am 3. November 1945 wird Willi Krings zum 1. Vorsitzenden gewählt. Nach eindringlichen Gesprächen mit den englischen Besatzern nimmt der 251 Mitglieder zählende Verein den Schwimmbetrieb wieder auf.
Anfang 1946 zählt der Verein bereits 489 Mitglieder. Hubert Wolf vermeldet die ersten Wettkampferfolge.
1948 ist der S.C. Aegir Uerdingen zweitgrößter Schwimmverein Westdeutschlands.

1952 – 1957
Kurt Groten löst als Vorsitzender des Vereins Willi Krings, den Pionier der Nachkriegszeit, ab. Der S.C. Aegir verfügt über die beste Jugendwasserballmannschaft im Westen. Erste Gerüchte über Fusionen mit dem Nachbarschwimmverein SV 08 Uerdingen tauchen auf. Das Domizil der Aegiraner ist die, oberhalb des Waldsees gelegene, »Bud«. Hierbei handelt es sich um einen Multifunktionsraum, der je nach Bedarf als Umkleidekabine, Feierstätte oder Clubraum genutzt wird. Kurt Groten, später auch »Pan« genannt, hat längst größere Ziele vor Augen. 1953 gelingt es ihm, ein vormals als Schuttabladeplatz genutztes Gelände zu pachten.
Mit unglaublicher Beharrlichkeit realisiert Kurt Groten die Idee einer neuen 50-Meter-Bahn im Waldsee. Im Jahr 1957 feiert der S.C. Aegir sein 50-jähriges Vereinsjubiläum.

1963 – 1965
Das nächste Vorhaben ist ein neues Clubhaus. Keine Idee ist zu abwegig, um Geld für dieses ehrgeizige Projekt zu sammeln: z.B. Clubnadeln – 1,50 DM pro Stück, das Aufstellen von Sammelbüchsen in Uerdinger Gaststätten, Luftgewehrschießen für Mitglieder – 0,50 DM für drei Schuss. Monatelang ist Kurt Groten damit beschäftigt, Freunde, Unternehmer und Geschäftsleute für seine Idee zu begeistern und notwendige Gelder zusammenzutragen.
Am 21. September 1963 findet die Einweihungsfeier des neuen Clubhauses statt. Die Anzahl der Mitglieder nähert sich der magischen 1000.
Der Name S.C. Aegir Uerdingen 07 ist eine feste Größe im Krefelder Sport.

1966 – 1970
In dieser Zeit tritt mit Georg Meyer ein neuer Mann in Erscheinung, der mit »Alleinunterhalter« Kurt Groten das ehrgeizige Projekt »Freibad« realisiert. Mit Unterstützung von Hannelore Buschner, die als Geschäftsführerin fungiert, gelingt es bei einer denkwürdigen Mitgliederversammlung in der Gaststätte Packenius, die Mitglieder von der Notwendigkeit eines beheizten Freibades zu überzeugen.
Als am 24. Juni 1967 der ausführende Architekt Georg Meyer anstelle eines Schlüssels symbolisch ein Thermometer an den Vorsitzenden Kurt Groten übergibt, gibt es Beifall von allen Seiten. Vom »modernsten vereinseigenen Freibad« bis hin zur »schönsten Freibadanlage im ganzen Westen« ist die Rede.
Der S.C. Aegir erhält unmittelbar den Zuschlag zur Ausrichtung der Deutschen Jugendwasserballmeisterschaften. Die 1. Mannschaft realisiert den Aufstieg in die Oberliga A.
1968 wird die Aegirjugend unter Trainer Kurt Küpper, der später nur noch »Meister« genannt wird, überraschend Vizemeister hinter Poseidon Hamburg. Der bis dahin zweite Vorsitzende, Heinz Spilker ist ab 1970 Vereinschef. Sein Vorgänger, Kurt Groten, bekleidet das neu geschaffene Amt des Präsidenten.

1971
Unsere Wasserballer gehörten in den kommenden Jahren zu den Top-Teams der deutschen Wasserballszene. Die Mannschaft wird unter Trainer Kurt Küpper Deutscher Vizemeister beim Endrundenturnier in Soltau.

1972
Olympische Spiele in München, und der Aegir ist vertreten. Hermann Haverkamp und Kurt Küpper junior erreichen einen beachtlichen 4. Platz mit der Wasserballnationalmannschaft. Fredy Pixken und Kurt Butz gehören dem Organisationskomitee an. Die erst 13-jahrige Beate Jasch wird über 200 m Delphin Vizemeisterin bei den Deutschen Meisterschaften in München.

1973
Ein lang ersehntes Ziel – die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft im Wasserball – wird wahr. Unvergessen bleiben die fünf Turnierabschnitte vom 10. bis 12. August 1973 vor mehr als 12.000 Zuschauern! Unsere 1. Mannschaft muss sich am Ende mit dem dritten Platz begnügen.
1973 erhält Kurt Groten aus den Händen des damaligen Oberbürgermeisters Hans-Heinz Hauser das Bundesverdienstkreuz am Bande. Beate Jasch nimmt an den Jugendeuropameisterschaften in Leeds und ein Jahr später an den offenen Europameisterschaften in Wien teil.

1975 – 1977
Der Rechtsanwalt Willi Fricke wird neuer 1. Vorsitzender. Nach den BIütejahren (Mitglieder(?) des Vereins wird es immer schwerer, die Vereinsanlage und den regen Sportbetrieb zu unterhalten. Mitgliederschwund, nachlassende Aktivitäten, sportlicher Niedergang – Kurt Groten und sein kongenialer Partner Georg Meyer verstehen es immer wieder, diese Probleme zu entschärfen und von den Aegiranern fern zu halten. Wasserball bleibt ein Markenzeichen des Vereins. 1975 – Zweiter der Pokalmeisterschaft und Teilnehmer am Europapokal der Pokalsieger in Sofia 1976. Nur der ganz große Wurf, deutscher Meister zu werden, bleibt der Mannschaft unter ihren Trainern Küpper senior, Nicolai Firoiu und Rolf Bühner verwehrt.

1976 – 1979
Nach 30-jähriger Vorstandsarbeit übergibt Kurt Groten seine Aufgaben in jüngere Hände. 1978 übernehmen Wolfgang Scheidemantel als stellvertretender Präsident, Heinz Segermann als Geschäftsführer und Rolf Bühner, als sportlicher Leiter, die Führung des Vereins. 1978 vertreten Hannelore Buschner, Kurt Butz und Fredy Pixken den Verein bei der Schwimmweltmeisterschaft in Berlin. 1979 wird Kurt Butz zum 1. Vorsitzenden ernannt Er lässt Kurt Groten zum Ehrenpräsidenten wählen.

1982
Kurt Groten übernimmt wieder die Führung des Vereins. Die männliche Jugend B wird in Würzburg überraschend Deutscher Meister, bis heute der einzige deutsche Wasserballtitel des Vereins.

1985
In diesem Jahr übernimmt Rolf Dieter Bühner den Vereinsvorsitz. Der ehemalige Nationaltorhüter bringt in seiner zehn Jahre dauernden Amtszeit viel frischen Wind in den Club. Es werden ein Fitnessraum, ein Volleyballfeld und die von Kurl Butz initiierten Tennisplätze realisiert.

1993
Unsere 1.Mannschaft ist wieder auf dem Weg nach oben, in Hamburg qualifiziert man sich für die 2. Bundesliga.

1996 – 1997
Am 1. März dieses Jahres tritt Rolf Bühner ab. Versammlungsleiter Kurt Butz schlägt der Versammlung eine Übergangslösung vor und übernimmt 1997 zum zweiten Mal die Amtsgeschäfte des S.C. Aegir, nachdem kein anderer bereit war, das Erbe von Rolf Bühner anzutreten.
Wolfgang Goris erhält 1998 aus den Händen von Bundespräsident Roman Herzog das Bundesverdienstkreuz am Bande.

1999 – 2006
Vor dem Hintergrund anstehender Renovierungsarbeiten des Bockumer Badezentrums wird nach einer Möglichkeit gesucht, die Ausfallzeiten im Winter zu überbrücken.
Am 18. August stürzen bei Bauarbeiten im Badezentrum während des Schulschwimmbetriebes Teile des Hallendachs ein. Dr. Georg Metten übernimmt am 3.5eptember, mit 30 Jahren der jüngste Vorsitzende in der Vereinsgeschichte, das Ruder des Aegirschiffs.
Um eine langfristige Lösung sicher zu stellen, finanziert die Stadt Krefeld eine komplette Traglufthalle samt Technik, der S.C. Aegir übernimmt die Kosten für die baulichen Voraussetzungen. Die Betriebskosten sollen sich in erster Linie unser Verein und die Schwimmvereinigung Krefeld, die im Gegenzug weitgehende Winternutzungsrechte bekommen soll, teilen.
Weitere Erfolge für den Vorstand stellen sich ein: Der Wiederaufstieg in die 1. Wasserballbundesliga in der Saison 2003/2004 sowie Stärkung und Ausbau des Schwimmbereichs. Anne Poleska, Olympia-Dritte über 200 Meter Brust in Athen und Egon Jansen, Ausnahmeseniorenschwimmer, werden zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt. Im Jahre 2005 geht man dann mit Nachdruck eine umfassende Renovierung des Clubhauses an, ein Projekt trotz enger finanzieller Mittel notwendig, um für die Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. Nachdem das Vorhaben 2006 umgesetzt werden kann, löst sich der Vorstand auf, weil viele Mitglieder sich zeitlich nicht mehr In der Lage sehen, den vielfältigen Aufgaben des Vereins gerecht zu werden. Im Herbst des Jahres übernimmt der Architekt Ingolf Eberlein mit seinen Stellvertretern Jens Goldbaum und Dirk van de Logt, beide aktive Wasserballer, die Vorstandsarbeit der SSF Aegir.

2007
Im Frühjahr wählen die Aegirmitglieder erneut Dr. Georg Metten zum 1. Vorsitzenden, der mit seinen Stellvertretern Dirk Boll und Udo Heymanns nahezu das gesamte Vorstandsteam aus dem Kreise der Aegir Tigers zusammenstellt. Ziel des jungen Vorstands ist, das Vereinsschiff sicher zu führen und vor allem in ruhigere Gewässer zu lenken.
Der Aegir feiert in diesem Jahr zünftig noch sein 100-jähriges Jubiläum.

2010
Die erfolgreiche Kooperation zwischen SSF-Aegir und freie Schwimmer Duisburg bei den Damen, startete unter der dem Namen der SSF-Aegir. In dieser Konstellation konnten sie mit dem Sieg der Deutschen Meisterschaft in der B-Jugend den zweiten Titel in der Vereinsgeschichte holen.

2011
Das Jahr der Insolvenzbewältigung. Nach dem der Verein in die Insolvenz gehen musste , haben sich die Mitglieder immer wieder neu motivieren müssen und die Vorstandsarbeit wurde sehr schwer. Erst mit dem derzeitigen Vorsitzenden Ralf Willuhn gelang es, ein wenig Ruhe in der schweren Zeit zu bekommen. Der Kampf um den Verein hat begonnen und alle setzen große Hoffnung in den neuen Vorstand. Leider ist mit der Insolvenz auch der sehr erfolgreiche Leistungssport zusammengebrochen. Derzeit ist der Verein nur noch in der Lage, ein Heim für Freizeitsportler zu bieten.  (DN)